Songwriter meets Indie-Rock
Man könnte jetzt schreiben: „Zwei Bremer Bands sorgen für einen abwechslungsreichen Konzertabend.“
Könnte man. Klingt aber ein bisschen nach Mehrzweckhalle, Klappstuhl und Getränkemarken.
Ni Else on Fire sind drei Köpfe, eine Band und gerade mal ein Jahr gemeinsam unterwegs. Klingt nach Newcomern. Ist aber spätestens nach den ersten Takten eine ziemlich gewagte Behauptung.
Denn auf der Bühne ist von musikalischen Gehversuchen wenig zu merken. Stattdessen gibt’s Gitarre, Bass und Schlagzeug, eine markante Stimme, tiefgründige Texte und eine ordentliche Portion britischen Indie-Rock. Irgendwo zwischen Songwriter-Seele und Manchester-Schrammel, zwischen Billy Bragg und Oasis – nur eben nicht in Manchester, sondern mitten in Bremen.
Kurz gesagt: Britpop lebt. Er hat nur offenbar die Weser genommen.
Ni Else on Fire machen keine Musik, die erst nach dem siebten Durchlauf und einem begleitenden musikwissenschaftlichen Aufsatz funktioniert. Die Songs haben Ecken, Kanten, Melodien und Druck. Mal nachdenklich, mal nach vorne – aber immer so, dass man ziemlich schnell vergisst, dass diese Band erst seit einem Jahr existiert.
Und weil ein guter Konzertabend bekanntlich nicht bei 20 Grad Zimmertemperatur stattfinden sollte, kommt als Special Guest 53Grad dazu.
Die Bremer Band ist seit über 15 Jahren in unterschiedlichen Besetzungen auf norddeutschen Bühnen unterwegs. Das bedeutet nicht nur reichlich Live-Erfahrung, sondern vermutlich auch eine beeindruckende Sammlung aus Kabeln, Adaptern und Dingen, von denen niemand mehr genau weiß, wem sie eigentlich gehören.
Musikalisch gibt es eigene Songs mit deutschen Texten, rockige Gitarren und eingängige Pop-Momente. Mal kraftvoll und treibend, mal melodisch und entspannt – aber immer handgemacht und mit ordentlich Spielfreude.
53Grad liefern also die Temperatur, Ni Else on Fire das Feuer.
Ob das brandschutztechnisch eine gute Kombination ist, können wir nicht beurteilen.